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Wien zählt ohne Zweifel zu den schönsten Hauptstädten der Welt und hat, auch abseits der gängigen Klischees (Lipizzaner und Sängerknaben, Sissi-Kult und Fiaker-Romantik) viel zu bieten.
Die Stadt blickt zukunftsorientiert nach vorne und behält dabei trotzdem immer Ihre große Vergangenheit im Auge. Gerne wird hier Geschichte für den Besucher neu aufpoliert.
Der Hang zu Kitsch und Prunk ist allgegenwärtig, die "Wiener Gemütlichkeit" sprichwörtlich. Wien war über Jahrhunderte das Zentrum der Habsburgermonarchie:
Noch heute gilt als "echter Wiener", wer tschechische, ungarische, italienische, deutsche oder polnische Wurzeln hat.
Aus dieser Vielfalt an kulturellen Einflüssen und deren Verschmelzung entwickelte sich ab der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts eine große kulturelle Blüte, die alle Bereiche des Kultur- und Geisteslebens erfasste:
Philosophie und Psychologie, Musik, bildende Kunst, Architektur, Theater, Literatur und Publizistik. Der Faschismus bereitete dieser, vielfach von assimilierten Juden getragenen Hochkultur jedoch ein jähes Ende:
"Entartete Kunst" im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie wurde öffentlich angeprangert und verboten, ihre Schöpfer mit Berufsverbot belegt, vertrieben und in Konzentrationslagern brutal ermordet.
Eine dunkle Seite der Vergangenheit, deren Aufarbeitung die Stadt in den letzten Jahrzehnten aber in Angriff genommen hat. |
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Stadt der Superlative Wiens Universität, gegründet 1365 von Herzog Rudolf IV., dem „Stifter“ (1339-1365), zählt zu den ältesten Europas. Der Tiergarten Schönbrunn neben dem weltbekannten Schloss gilt gar als der älteste der Welt und hat es vor allem in den letzten Jahrzehnten trotzdem geschafft, sich als einer der modernsten und artgerechtesten Zoos zu etablieren: Ein Regenwaldhaus, ein Wüstenhaus sowie auf den letzten Standard gebrachte Terrarien- und Aquarienhäuser locken jährlich Millionen Besucher an. |
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Bilder (von links nach rechts): 1. Die ehemalige Stadtbahnstation 'Karlsplatz' von Otto Wagner 2. Das Symbol kommunalen Wohnbaus: Der 'Karl-Marx-Hof' |
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Architektur Man kann Österreichs Hauptstadt getrost als eine Hochburg der Architektur bezeichnen: Das Wahrzeichen Wiens ist der 1137 im gotischen Stil erbaute Stephansdom. Eines der schönsten Barockbauwerke der Stadt ist die von Fischer von Erlach erbaute Karlskirche. Die Wiener Architektur des 19. und 20. Jahrhunderts war geprägt vom Begriff des „Historismus“ (Neo-Klassizismus, Neo-Renaissance): Das neugotische Rathaus, der Gebäudekomplex der Hofburg (ehemals Sitz der habsburgischen Kaiser, heute unter anderem Sitz der Präsidentschaftskanzlei) samt Prunksaal und Nationalbibliothek, die Prachtbauten entlang der Ringstraße und die vielen Palais der Innenstadt sind nur einige Beispiele hierfür. Die so genannte „Gründerzeit“ der Wiener Moderne prägt mit Jugendstilbauten (wichtigster Vertreter: Otto Wagner, der Vater der Secession, der Kirche am Steinhof oder der alten Stadtbahnbögen) und im Stil der 'Architektur der neuen Sachlichkeit' von Adolf Loos errichteten Wohnhäusern (neben den zwischen 1923 und 1933 unter dem Schlagwort „Sozialer Wohnbau“ vom „Roten Wien“ erbauten Gemeindebauten) noch heute das Stadtbild. Gleiches gilt für Gebäude aus den Stilepochen des Barock und des Biedermeier. Gegenwärtig lässt sich von einer „Neuen Gründerzeit“ sprechen. Seit den 80er Jahren lässt Wien mit einigen gewagten architektonischen Projekten aufhorchen: Hundertwasserhaus, Haas-Haus, Gasometer, Donaucity und Millenniumtower sind nur einige Beispiele. Als bekannte zeitgenössische Architekten gelten unter anderem Coop Himmelblau, Hans Hollein und Gustav Peichl. |
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Obere Bildleiste: Neuer Stadtteil an der Donau: Die 'Donau-City' Untere Bildleiste (von links nach rechts): 1. Das 'Haas-Haus' am Stephansplatz 2. Das 'Hundertwasserhaus' 3. Der Millennium-Tower ist mit seinen 202 Metern Österreichs höchstes Bürogebäude |
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In der Vorstadt und im Grünen Vor allem das Leben in den Vorstädten, den ehemals außerhalb der die Innere Stadt umschließenden Stadtmauern liegenden Dörfern und Siedlungen, blüht, manchmal hip & trendy, manchmal nach wie vor nostalgisch. Die Donaumetropole ist aber vor allem auch eine „grüne Stadt“ mit zahlreichen Naherholungsgebieten, zum Beispiel dem „Freizeitparadies“ Donauinsel, der Alten Donau, dem Prater, dem Wienerwald (mit mehreren hundert Quadratkilometern Forst) sowie mehreren historischen Gärten und Parkanlagen (Schönbrunn, Belvederegarten, Volksgarten, ...). Im Nationalpark Donauauen (der Lobau) gedeihen Fauna und Flora ungestört, und das unweit vom Zentrum der Millionenstadt. |
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Musik-Hauptstadt Wien gilt noch immer als Welthauptstadt der Musik, hat aber nicht nur Walzerklang á la Johann Strauß zu bieten. Die Stadt war (und ist) Wirkungsstätte epochaler Komponisten wie Mozart, Beethoven, Brahms, Haydn und Schubert, aber auch Arnold Schönberg, Gustav Mahler, Alban Berg oder Anton von Webern schrieben von hier aus Musikgeschichte. Hier zündete Lehár das Feuerwerk seiner Operetten und hier steht eines der berühmtesten Opernhäuser der Welt: Die Staatsoper. Bis heute hat die Donaumetropole musikalisch mitzureden. In den achtziger Jahren wurde Wien mit 'Cats' zur Musical-Stadt (heute setzt man hier vermehrt auf Eigenproduktionen) und Falco erntete internationale Pop-Erfolge mit seinem "Wiener Schmäh". Mitte der neunziger Jahre entwickelten DJ's wie Kruder & Dorfmeister die Wiener Schule des Dub, eine interessante 'Melange' aus Electro, Drum'n'Bass und Trip-Hop. Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker im Musikvereinssaal ist gegenwärtig einer der erfolgreichsten "Exporte" Österreichs. |
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Die Wiener Seele Doch nicht nur die ernste Musik, auch die "Volksmusik" wird hier gepflegt: Das Wienerlied ist mit seinem Schwermut und seiner Todessehnsucht Abbild der 'Wiener Seele'. Ausdruck dieser Morbidität ist auch eine beispiellose Friedhofskultur: Auf dem Wiener Zentralfriedhof als letzter Ruhestätte vieler bedeutender Persönlichkeiten wird diese gleichsam als sprichwörtliche 'schene Leich' zelebriert. Weitere sehenswerte Orte zum Thema: Der St. Marxer Friedhof, der Friedhof der Namenlosen sowie die Kapuzinergruft. Schon der Wiener Kabarettist und Schauspieler Helmut Qualtinger meinte einmal: 'In Wien muss man erst sterben, damit Sie einen hochleben lassen'. Der Ergründung der 'Wiener Seele' haben sich viele prominente Psychologen und Philosophen gewidmet und damit Wissenschaftsgeschichte geschrieben. Neben Sigmund Freud, dem aus Wien stammenden Begründer der Schule der Psychoanalyse setzten beispielsweise Alfred Adler (Begründer der Individualpsychologie) und Victor Frankl (Begründer der Logotherapie und der Existenzanalyse) Akzente. |
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"Herr Ober!" Das Wiener Kaffeehaus ist eine Institution: Bei Melange und Sachertorte mit Schlagobers oder beim kleinen Braunen mit Apfelstrudel scheint in der Oase der Gemütlichkeit die Zeit still zu stehen. Ein idealer Ort also, um sich von der Muse küssen zu lassen. Hier wurde auch um 1900 der Begriff 'Kaffeehausliteratur' geprägt: Arthur Schnitzler, Hugo von Hofmannsthal, Karl Kraus, Robert Musil, Friedrich Torberg und Peter Altenberg sind nur einige der wichtigsten Schriftsteller dieser Ära. Die bekanntesten und beliebtesten Wiener Cafés heißen: Sacher, Griensteidl, Demel, Eiles, Schwarzenberg, Sperl, Hawelka, Landtmann und Central. Viele locken mit Ihrer alten, verstaubten Patina (blätternder Stuck an der Decke, Kristallluster und Glasvitrinen) und hin und wieder mit einem Billardzimmer (Das Carambol-Spiel wurde in Wien erfunden). Obligatorisch in jedem Kaffeehaus ist auch der beinahe schon zur Ausstattung gehörende grantelnde ’Herr Ober’... |
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Bilder (von links nach rechts): 1. Im Salon des 'Café Sacher' 2. Vor dem 'Café Hawelka' 3. Institution Kaffeehaus: Beim 'Melange' oder beim 'kleinem Braunen' mit der Seele baumeln... |
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Kunst und Kultur Aber nicht nur die Literatur, auch die Malerei Wiens erlebte im ausgehenden 19. Jahrhundert eine Hochblüte. Ihre berühmtesten und oft sehr exzentrischen Vertreter waren Gustav Klimt, Egon Schiele und Oskar Kokoschka. Die bedeutendsten Werke dieser Künstler hängen im Leopold Museum im Wiener MuseumsQuartier. Weltbekannte Sammlungen beherbergen unter anderem auch die Albertina (mit umfassenden Graphiken von Rembrandt bis Dürer), das Kunsthistorische Museum oder die Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste (als Wiens älteste, öffentlich zugängliche Bildergalerie). Auch die zeitgenössische Kunst hat Ihren fixen Platz im Wiener Kulturleben: Das Museum Moderner Kunst im MuseumsQuartier (MUMOK) sowie die zahlreichen Galerien der Innenstadt bieten hier einen interessanten Querschnitt. Weiters ist Wien bis heute eine der bedeutendsten Theaterstädte Europas: Bereits im Biedermeier entwickelte sich rund um die beiden gegensätzlichen Wiener Autoren Johann Nestroy und Ferdinand Raimund eine beachtliche Theaterkultur. Doch die Wiener gehen nicht nur ins Theater (z.B. ins Burgtheater), um sich zu unterhalten, sondern auch um ihren Unmut über zeitgenössische Inszenierungen kund zu tun. |
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Bilder (von links nach rechts): 1. Maria-Theresien-Denkmal und Naturhistorisches Museum 2. Schloß Belvedere: Hier befindet sich die 'Österreichische Nationalgalerie' |
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Szene, Beisl-Kultur und Schanigarten Bei einem Gespritzten beim Heurigen begleitet von Schrammelmusik und Wienerliedern (es muss nicht immer Grinzing sein) oder einem Seidl oder Krügel Bier im Vorstadt-Beisl (dem „Stamm-Beisl“) lässt so mancher Wiener den Arbeitstag ausklingen. Und das gerne auch im 'Schanigarten', wenn im Sommer die Hitze drückt. Auf der Speisekarte stehen neben dem berühmten 'Wiener Schnitzel' durchaus auch andere kulinarische 'Schmankerl' der Wiener Küche. Auch der Würstelstand führt in dieser Stadt ein berechtigtes Dasein: So mancher Wiener zieht eine Burenwurst oder eine ‚Käsekrainer’ immer noch der ‚Nouvelle Cuisine’ vor. Die österreichische Hauptstadt ist bekannt für Ihr Nachtleben: Die Szene-Lokale, In-Viertel und Bars brauchen internationale Vergleiche nicht zu scheuen. Eine lebendige Kabarett-Szene und eine international anerkannte Clubszene tut Ihr übriges dazu, dass Nachtschwärmern nicht so schnell langweilig wird. Im Fasching ist Ballsaison in Wien: Am wohl berühmtesten Ball der Welt, dem Opernball, sonnen sich Prominente und solche, die es gerne wären im aufpolierten Glanz der K&K-Monarchie. Seit einigen Jahren sorgt neben den traditionellen Veranstaltungen auch der „Life Ball“, ein Aids-Benefiz Abend, mit seinem etwas anderen Roben und Ballgästen für Aufsehen. |
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Bilder (von links nach rechts): 1. Beisl-Szene in der Innenstadt 2. Heurigenlokal in der Kellergasse in Wien-Stammersdorf |
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Stadtbummel und ’Urban Shopping’ Neben den unzähligen historischen Sehenswürdigkeiten sollte man auch nicht versäumen, Wien als lebendige Stadt kennen zu lernen, zum Beispiel bei einem Spaziergang durch die Gassen der Altstadt: Künstler-Galerien, alte Geschäftsportale, Antiquitätenläden, Designer-Boutiquen und Delikatessengeschäfte laden zum Schaufensterbummel ein. Auch die vielen traditionsreichen Konditoreien der „Inneren Stadt“ sind mit Ihren weltbekannten Mehlspeisen eine Pause wert. Oder man taucht für kurze Zeit in die multikulturelle Atmosphäre des Wiener Naschmarkts ein, wo an Wochenenden auch regelmäßig ein Flohmarkt veranstaltet wird. Bunt geht es auch im ’Wurstelprater’ zu: Eine romantische Fahrt mit dem Riesenrad eröffnet neue Sichtweisen auf Wien. Auch Einkaufen ist in Wien ein Erlebnis. Neben dem überall feilgebotenen Souvenirkitsch hat die Stadt weitaus mehr zu bieten: Internationale Modedesigner haben sich in der City eingemietet, zudem locken zahlreiche Einkaufsstraßen und Einkaufszentren mit gutem Branchenmix und einem breiten Angebot. |
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Bilder (von links nach rechts): 1. Kohlmarkt, im Hintergrund die Kuppel des Michaelertors der Hofburg 2. Auf dem Naschmarkt |
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Wirtschaftszentrum Wien war die Hauptstadt der Donaumonarchie und hat somit nicht nur kulturell, architektonisch und politisch weit über seine Grenzen hinaus Einfluss ausgeübt. Heute ist Wien auf der Suche nach seiner neuen Rolle im wiedervereinten Europa: Als Wirtschafts- und Kompetenzzentrum. Die Entfernung zu den Nachbarländern ist oft minimal, eine adäquate Verkehrsanbindung besteht leider noch nicht. Wien ist außerdem Sitz vieler internationaler Organisationen, darunter UNO, OPEC, OSZE und eine beliebte Konferenzstadt. Zum Schluss sei noch erwähnt, dass Wien (wie sich unschwer erahnen lässt) auch die Heimat von GB Vienna ist. |
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